Trendstudie – Die Zukunft der Schweizer Hotellerie

Autor

Die Trendstudie „Die Zukunft der Schweizer Hotellerie“ (Frick, Girschik, & Bosshart, 2007) ist eine unabhängige Studie desGottlieb Duttweiler Instituts (GDI), die im Auftrag von hotelleriesuisse geschrieben wurde. Die Autoren dieser Studie sind Karin Frick, Katja Girschik und David Bosshart.

Intro und Kontext

Seit ein paar Jahren sind die Übernachtungszahlen in den Schweizer Hotels stagnierend oder sogar zurück gehend. Was macht die Schweizer Hotellerie falsch? Um diese Frage zu beantworten, wurden im Rahmen des 125. Jahr-Jubiläums von hotelleriesuisse die Trends der zukünftigen Jahren untersucht. Die Resultate der praxisorientierten Studie sollten dazu dienen, aufzuzeigen, welche Werte, Verhaltensweisen und Strukturen verändert werden sollten, um der Nachfrage des Kunden der Zukunft gerecht zu werden. Im ersten Teil der Studie werden die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Gesellschaft vorgestellt, und der darauf folgende Text handelt von den neuen Trends für die Hotellerie. (Frick, Girschik, & Bosshart, 2007)

Resultate, Analyse und Diskussion

Die Resultate der generellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung sehen wie folgt aus: Die Anzahl Touristen wird in den zukünftigen Jahren weiterhin steigen und somit immer mehr Besucher verschiedener Herkunftsländer in die Schweiz bringen. Ausserdem wird es durch den demographischen Wandel  viele ältere, mobilere Touristen geben. Laut Studie sollte das Einkommen, aber gleichzeitig auch der Ölpreis und der Immobilienpreis steigen. Nicht zu vergessen ist der Klimawandel, der zugunsten oder zum Verhängnis von gewissen Destinationen werden kann.

Auf Grund dieser Resultate wurden sieben Thesen zur Entwicklung der Hotellerie festgelegt. Diese werden kurz erläutert. (Frick, Girschik, & Bosshart, 2007)

1.       Das Hotel ist tot

Ein Bett und ein Frühstück anzubieten, reicht nicht mehr, um den wachsenden Anforderungen des Gastes gerecht zu werden. Die Hauptbegriffe dieser These sind Gastfreundlichkeit, professionelle Zusatzleistungen (Wellness, Unterhaltungsprogramm, Innenarchitektur, usw.) und somit Zusammenarbeit mit branchenfremden Unternehmen.

(Frick, Girschik, & Bosshart, 2007)

2.       Mittelklasse schlägt Mittelmass

Die Hotels werden sich in den extremen entwickeln, entweder in Luxus Hotels oder Low-budget Hotels. Die Differenzierung und der Erkennungswert der  jeweiligen Hotels ist ausschlaggebend.  Mittelklasse-Hotels müssen sich stark verändern, um den Anforderungen von Nischenzielgruppen gerecht zu werden. Für alle Hotels in dieser grauen Zone gilt: Qualität ist wichtiger als Quantität (Frick, Girschik, & Bosshart, 2007)

3.       Das virtuelle Zwillingshotel wird Pflicht

Das Internet wird zum Schnittpunkt der Kommunikation zwischen dem Kunde und dem Hotelier. Der Internetauftritt muss ausgefallen, aktuell und informativ sein, um das Aufsehen des Kunden zu erregen. Nischenmärkte werden über das Internet erreicht. Allgemein vereinfacht die Technologie das Leben der Hoteliers, sei es in der Vermarktung oder im Buchungs-, Check-in- oder Check-out-Ablauf. (Frick, Girschik, & Bosshart, 2007)

Auch in Österreich hat man diesen Trend erkannt. In der Studie „Hotel der Zukunft. Die wichtigsten Chancenmärkte der österreichischen Hotellerie“ gehen die Forscher sogar weiter als in der Schweiz. Ein Hotel soll nicht nur mit einer Webseite Präsenz zeigen, sondern auch in den Social Medias und in der Apps Welt. Die Informationen müssen auf alle Plattformen aktuell sein, damit der Kunde immer richtig informiert wird, da der Informationsfluss über das Netz viel schneller geht. (Gatterer, Rützle, & Schick, 2011)

4.       Die Könige von morgen kennen kein Pardon

Die angebotene Infrastruktur muss den Kundenerwartungen gerecht werden. Gute Zielgruppenkenntnisse sind erforderlich, um das Richtige anzubieten. Ein unzufriedener Kunde wird nicht zurück kommen, und seine Bekannten auch nicht. In Zukunft wird der Gesundheitstrend mit der alternden Gesellschaft steigen. Die Leute versuchen, eine Work-Life-Balance zu finden.  Hier besteht eine gute Möglichkeit für die Schweizer Hotellerie, sich zu profilieren, wenn sie rechtzeitig die Bedürfnisse der Kunden erfasst. (Frick, Girschik, & Bosshart, 2007)

5.       Globale Luxusnomaden wollen mehr als Jurten Zelte

Eine klare Positionierung ermöglicht das Anwerben von internationalen Touristen. Die Qualität der Leistung muss mit dem Preis klar übereinstimmen. Dazu braucht es auch die kulturelle Kenntnisse, um den jeweiligen Kulturen gerecht zu werden, auch wenn die Touristen immer erprobter sind. (Frick, Girschik, & Bosshart, 2007)

6.        Das Hotel ist eine Geselligkeitsinsel

Das Hotel als Treffpunkt für die Reisende. Das Bedürfnis nach Bekanntschaft wächst in unserer Gesellschaft. Der Erfolg von branchenfremden Konzepten wie im Social-Networking Bereich wird das zukünftige Model für die Hotellerie. (Frick, Girschik, & Bosshart, 2007)

7.         Gegenwelten: Wellness-Klöster bedingen Lasterhöhlen

Die Entwicklung der Extremen in den Hotelkategorien ist auch präsent in den Hotelaktivitäten. Die starke Zunahme der Gesundheitshotel und ihrer Gegensätze beweisen diesen Trend. Flexibilität seitens der Hotelier ist hier gefragt. (Frick, Girschik, & Bosshart, 2007)

Schlussfolgerung / Ausblick

Zusammenfassend kann behauptet werden, dass es für die Schweizer Hotellerie eine vielfältige Zukunft gibt. Es liegt jetzt in den Händen der Hotelier, einen Weg zu finden, um aus diesen schwächeren Jahren zu kommen. Mut, Innovation und Klarheit werden gefragt. In einer Branche, in der Studien und Forschungen nicht üblich sind, braucht es praktische Experimente, um Trends zu bestätigen.

Eines ist schon mal sicher: Was heute gilt, gilt vielleicht morgen nicht mehr. Anpassungsfähigkeit ist in der Hotellerie gefragt.

 

Quellen

Frick, K., Girschik, K., & Bosshart, D. (2007). Trendstudie – Die Zukunft der Schweizer Hotellerie. Rüschlikon: Hotelleriesuisse.

Gatterer, H., Rützle, H., & Schick, I. (2011). Hotel der Zukunft. Die wichtigsten Chancenmärkte der österreichischen Hotellerie. Wien: Zukunftsinstitut Österreich GmbH.

Autor Annick 703_a

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