Hybride Beherbergungsformen: Bedürfnisse des Marktes und internationale Trends

In der Beherbergungsbranche findet zurzeit ein grosser Wandel statt. Die klassischen Beherbergungsformen wie Hotels und Zweitwohnungen bekommen Konkurrenz. Wegen der Änderung der Nachfragebedürfnisse kommt es immer mehr zu einer Mischform, denn sogenannten hybriden Beherbergungsformen. Die entstehen durch die Mischung der klassischen Hotellerie mit der Parahotellerie. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten im Bereich der Beherbergung wie auch der Destinationsentwicklung. In der Schweiz sind die Hotels und Ferienwohnungen die zwei wichtigsten Angebotsträger, die die Nachfrage abwickeln. Vor allem die Zweitwohnungen weisen einen grossen Prozentsatz an Bettenkapazität auf, nämlich zwischen 80% – 90%. Schon vor etwa 20 Jahren konnte man sehen, dass durch den Bau und Verkauf von Zweitwohnungen mindestens gleich viele, wenn nicht mehr primäre Umsätze generiert werden, wie durch die Aufenthalte von Tagestouristen. Des Weiteren entstehen durch den Bau von Zweitwohnungen Beherbergungskapazität ohne selbst investieren zu müssen, wenn die Zweitwohnungen von nicht Ortsansässigen gebaut werden. Diese Kunden sind auf diese Weise an den Ort gebunden und locken so andere Kunden an, indem sie von der Region schwärmen. Auf der anderen Seite gibt es auch Nachteile, denn die Wohnungen während höchsten 7 bis 8 Wochen pro Jahr genutzt, was viele kalte Betten bedeutet. Ausserdem führt dies zu einer Zersiedelung der Region. Wenn man sich die Hotels anschaut, dann sind diese normalerweise besser ausgelastet und die Infrastrukturen werden besser genutzt. Jedoch wird es immer schwieriger sein Hotel auf dem neusten Stand zu halten, wegen der hohen Investitionen. Aus diesen verschiedenen Gründen bieten neue Geschäfts- und Finanzierungsmodelle Lösungen um diesen Problemen entgegenzuwirken.

Die Anforderungen an Beherbungen haben sich mit der Zeit verändert. Waren früher grosse Gesellschaftsräume ein absolutes Muss, sieht man diesen Trend heute eher verschwinden. Dadurch lassen sich drei Entwicklungen feststellen. Als ersten haben die Kunden heute ein grösseres Raumbedürfnis, welche sich durch Kundentyp, Reiseart und Aufenthaltsdauer unterscheiden. Durch das Aufkommen verschiedener Trendsportarten erwarten die Kunden einen vielfältig nutzbaren Raum. Auch müssen die dafür notwenigen Geräte verstaut werden und deshalb werden Lagerräume und Materialdepots benötigt.

Des Weiteren werden durch diese differenzierten Raumbedürfnisse auch abgestimmte Servicekonzepte, in Bezug auf Reinigung, Food&Beverage, Bestellung und Organisation von touristischen Leistungen und den Unterhalt von Sportgeräten benötigt. Deshalb liegen bewirtschaftete Wohnungskomplexe voll im Trend, wie beispielsweise das „The Rocks“ in Laax. Durch die Kombination von Infrastrukturausprägungen und Servicekonzepte ergeben sich daraus unterschiedliche Modelle.

Eine weitere Entwicklung sieht in der Übernachtungsinfrastruktur. Wegen der hohen Investitionskosten kommt es vermehrt zu einer Trennung des Eigentums an der Immobilie und deren Betrieb. Die Investoren sind an einer Wertentwicklung und an der Rendite interessiert, während der Betreiber auf den operativen Profit fokussiert ist. Um Hotelausbauten finanzieren zu können, kommt immer mehr der Trend auf, dass man Wohnungen oder Wohnungsanteile verkauft. Wegen der Entwicklung der Finanzmärkte werden solche Formen der Finanzierung, wie Aparthotels oder Time Share mehr und mehr zum Trend.

Abschliessend kann man sagen, dass die Nachfrage nach neunen Beherbergungsformen, wie Aparthotels zunehmen und so die Finanzierung von Beherbergungsformen ausserhalb der Hotellerie einfacher sind. Dadurch lässt sich beispielsweise der negative Effekt von wenig genutzten Zweitwohnungen minimieren. Solche hybride Beherbergungsformen benötigen weniger Bewirtschaftung und führen zu einer besseren Auslastung. Ausserdem werden Bewirtschaftungs – und Vermietungsverpflichtungen festgelegt, die beispielsweise sagen, wie lange ein Besitzer die Wohnung reservieren darf.

In der Schweiz wird es Zeit, dass man die nötigen Rahmenbedingungen schafft um solche Mischformen zu ermöglichen. (Prof. Dr. Thomas Bieger, 2008)

 

Literaturverzeichnis

Prof. Dr. Thomas Bieger, P. D. (5 2008). Hybride Beherbergungsformen: Bedürfnisse des Marktes und internationale Trends. Die Volkswirtschaft – Das Magazin für Wirtschaftspolitik, S. 46-49.

Abbildung

http://www.htr.ch/hotellerie/chancen-fuer-tourismusregionen–34946.html

Autor: Stephanie Zumsteg

 

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